Der 18. Bonhoeffertag in Friedrichsbrunn am 30. August 2015

Ein Bericht von Pfr. i.R. Dr. Günter Ebbrecht, Einbeck

Der blaue Himmel öffnete sich über alle, die sich zum 18. Bonhoeffertag in Friedrichsbrunn auf dem Berg über Thale im Ostharz eingefunden hatten. Die Sonne, die nach dem Matthäusevangelium über Gute und Böse, über Gerechte und Ungerechte scheint, beschien die ca 120 Gottesdienstbe­sucher im Garten des ehemaligen Ferienhauses der Familie Karl und Paula Bonhoeffer. Der Posaunenchor unter der Leitung der Kantorin Christine Bick forderte die Gäste auf, die neueren geistlichen Lieder mitzusingen. In diesem Jahr begrüßte die neue Pfarrerin des Kirchspiels Thale-Bad Suderode Franziska Kaus die Gottesdienstbesucher. Sie seien aus dem Tal hinaufgekommen auf die Anhöhe der Ostharzer Berge, um auszuatmen, um sich zu lagern und um einen neuen Überblick über ihr Leben und Einblick in Gottes Liebe zu finden.

Die Gottesdienstgemeinde hörte die gute Botschaft aus dem Johannesbrief, dass Gott Liebe ist. Sie ließ sich in der Predigt mitnehmen auf den Weg vom Gebirge, auf dem Jerusalem liegt, hinab nach Jericho ins Westjordantal. Superintendentin Angelika Zädow wies nach der Lesung von Lukas 10,31ff gleich auf den Perspektivwechsel in den Fragestellungen hin: von der Frage des Gesetzeslehrer zu Beginn hin zur Rückfrage Jesu an den frommen Mitbürger am Schluss. Ausgangspunkt des Gespräches zwischen dem Gesetzestreuen und Jesus ist das Gebot der Nächstenliebe, das er besser verstehen will: ‚Aber wer ist eigentlich mein Nächster?‘ Endpunkt des Gespräches ist die Anfrage Jesu an uns fürsorglichen Bürger in einem reichen Land: ‚Wer ist der Nächste für den am Weg Liegenden geworden?‘.

Zwischen den beiden Fragen liegt Jesu Erzählung über den brutal Überfallenen und über drei Menschen, die vorbeigehen. Nur einer von ihnen hält an, steigt zum am Weg Gestrandeten ab, versorgt den Verletzten und ermöglicht ihm ein Dach über den Kopf . ‚Wer von den dreien ist dem zum Nächsten geworden, der am Wegesrand ausgehungert und verblutend zurückgelassen wurde?‘ Es kommt nach Jesus und nach Gottes Weisung der Nächstenliebe nicht darauf an, zu definieren, wer überhaupt unser Nächster ist, sondern auf unsere Antwort auf die an uns gerichtete konkrete Frage: ‚Wo werde ich zum Nächsten, dem, der meiner Unterstützung bedarf?‘. Es geht um den Perspektivwechsel weg von mir, der festlegt, wer mir nahe ist oder fern, hin zu dem, der mich in seiner Not braucht. Es ist der Blickwechsel vom Ich zum Du, zum Anderen in seiner Misere. Es geht um ‚misericordia‘, um die Fähigkeit und Haltung des geöffneten Herzens dem mir Fremden gegenüber. Es geht darum, den Blick zu wenden vom ‚Wegsehen und Vorbeigehen‘ zum ‚Hinsehen und Zugehen‘. „Die Erzählung vom barmherzigen Samariter ist eine Gegengeschichte gegen das Wegsehen.“, sagte die Predigerin.

Die Aktualität und das konkrete Gebot ist klar: „In dieser Zeit fliehen immer mehr Menschen vor Not und Elend. Sie nehmen einen unendlich langen Weg in Kauf. So wie Mahmut und Malik aus Syrien: sie sind über Libyien, die Türkei, Italien, Griechenland und mehre Balkanländer wochenlang unterwegs gewesen. Der eine ist Bauingenieur, der andere arbeitete mit autistisch behinderten Menschen. Sie fliehen vor Terror und Gewalt in ihrem Land. Und kommen zu uns. Als Menschen. Als Menschen, die wir von der gleichen Sehnsucht nach Freiheit, Liebe und Glück erfüllt sind. Als Menschen, denen Gott den gleichen Lebensraum gab wie uns. Wo immer wir geboren wurden auf dieser Welt – welche Sprache auch immer wir sprechen – wir sind und bleiben Kinder der Völkerfamilie Gottes. Durch Menschen wie Mahmut und Malik werden wir zu Nächsten. Als Person, als Gemeinde, als Kirche und als Land.“ Schauen wir hin, werden wir mit ihnen solidarisch auf ihrem Weg, wo sie leicht unter die Räuber und Räder geraten? Werden wir ihnen zu Nächsten?

Die Predigerin endete mit: Ja, „es ist möglich, dass das Notwendige erkannt und getan wird. ‚Gehe hin und tue desgleichen‘ – dieser Satz ist Forderung und Ermutigung zugleich…du kannst hinschauen. Du kannst den Mund aufmachen, wenn Menschen beschimpft werden. Du kannst die Ängstlichen ermutigen. Du bist fähig zu Barmherzigkeit und praktischem Tun. Du kannst Deinen Nächsten erkennen, wie Gott dich erkannt hat.“

Die Lieder ergänzten und vertieften diese Aufforderung und Ermutigung: ‚Suchet zuerst Gottes Reich in dieser Welt, seine Gerechtigkeit, Amen.‘ ‚Wohl denen, die da wandeln vor Gott in Heiligkeit‘. Gemeinsam gesprochene Abschnitte aus dem 119. Psalm, den Dietrich Bonhoeffer als seinen Lieblingspsalm bezeichnete, wiesen dieselbe Perspektive. Bonhoeffers Glaubenssätze aus ‚Nach zehn Jahren‘ bekräftigten das konkrete Gebot heute, dass Gott aus allem, auch aus dem Bösesten Gutes entstehen lassen kann und will, dass Gott uns in jeder Notlage soviel Widerstandskraft geben will, wie wir brauchen, dass Gott auf aufrichtige Gebete und verantwortliche Taten wartet und antwortet.

Unter dem offenen Himmel und im Schatten der Linden, die einst von der Bonhoefferfamilie in den Garten gesetzt wurden und in denen später die Enkelkinder kletterten und spielten, wurde mit diesem bewegenden Gottesdienst der 18. Bonhoeffertag eröffnet. In der Mittagspause konnten sich die Gäste am Grillgut, mit Kartoffelsalat oder ‚Spack mit Hack‘ stärken. Sie konnten, was viele taten, die neue Ausstellung in den Räumen des Bonhoefferhauses besichtigen. Sie konnten sich in der wärmenden Sonne austauschen und auf den Vortrag am Nachmittag in der Bonhoefferkirche vorbereiten.

In diesem Jahr wurde der ausgewiesene Bonhoefferexperte und Mitherausgeber des 12. Bandes des DBW ‚Berlin. 1932-1933‘ Dr. Ernst-Albert Scharffenorth eingeladen, den Nachmittagsvortrag zu halten. Im 70. Jahr des Gedächtnisses an die Ermordung von vier Söhnen der Familie Karl und Paula Bonhoeffer, an Dietrich und Klaus Bonhoeffer und an ihre Schwiegersöhne Hans von Dohnanyi und Rüdiger Schleicher im April 1945 – kurz vor der Kapitulation und Befreiung vom Nazi- Unrechtsstaat – sollte die Perspektive nicht auf das Ende bzw. auf den unmittelbaren Widerstand gelegt werden, sondern auf die Anfänge. Ganz im Sinne der wachrüttelnden Herausforderung: ‚Wehret den Anfängen!‘. Natürlich sollte das mit dem Blick des Historikers geschehen, der sich in die Situation jener versetzt, die im Anfang noch nicht wissen, wie das Ende aussehen und wie sich die Reichkanzlerschaft Hitlers, der sich zum ‚Führer‘ erklärt, entwickelt. Das Thema des Vortrages: „Die Familie Bonhoeffer im Nationalsozialismus. 1933 – Beginn der Entscheidungen.“

Bei seinem Vortrag wählte Dr. Scharffenorth zwei Beispiele aus dem Kreis der Familie für Ereignisse im Jahr 1933 aus, die er in zum Teil detaillreichen historischen Abwägungen entfaltete: zum einen das Handeln des Vaters Prof. Dr. Karl Bonhoeffer als hoch angesehenem Psychiater und Neurologen in Deutschland angesichts des ‚Erbgesundheitsgesetzes‘ im Sommer 1933. Zum anderen den Rundfunkvortrag Dietrich Bonhoeffers am 1.2.1933 über ‚Wandlungen des Führerbegriff in der jungen Generation‘, zwei Tage nach der Machtübernahme des ‚Führers‘ Adolf Hitler (s. DBW 12, 242-260).

Beide Beispiele belegen, ergänzt durch Hinweise auf die uns bekannten Gespräche in der Familie und ihren Erfahrungen mit der nationalsozialistischen Machtergreifung, dass diese Familie wachsam und hellsichtig die drohenden Gefahren der Zerstörung des Rechtsstaates der Weimarer Republik durchschaute und im Rahmen ihrer beruflichen Möglichkeiten und Verantwortlichkeiten zu begrenzen oder zu bekämpfen suchten: der Vater mithilfe seiner wissenschaftlichen Autorität und einer seiner Söhne in der Mitwirkung des Aufbaus einer Bekennenden Kirche.

Karl Bonhoeffer bezeichnet in seinem autobiografischen Rückblick 1946 den Sieg des Nationalsozialismus 1933 als ein großes Unglück. Seine und der Familie Abneigung und Misstrauen basieren nicht auf der Lektüre von Hitlers ‚Mein Kampf‘ sondern u.a. auf dem Widerwillen gegen die demagogischen Propagandareden Adolf Hitlers und seinem Sympathietelegramm in der Potembarschen Mordangelegenheit. In Potembar, einem Dorf in Schlesien hatte eine Gruppe von Nazis im August 1932 erwerbslose Arbeiter auf bestialische Weise umgebracht. Sie wurden kurz drauf in einem ordentlichen Gerichtsverfahren zum Tode verurteilt. Nazigrößen verurteilten das Urteil und deklarierten die Mörder zu Märtyrern der Bewegung. A.Hitler schrieb in einem Telegramm: „Angesichts dieses ungeheuerlichen Bluturteils fühle ich mich mit euch in unbegrenzter Treue verbunden. Eure Freiheit ist von diesem Augenblick an eine Frage unserer Ehre, der Kampf gegen eine Regierung, unter der dieses möglich war, unsere Pflicht.“

Es ist die Abscheu vor der Gewalt im gesellschaftlichen Alltag und die Ablehnung der Legitimation von Rechtsbrüchen, die Karl Bonhoeffers Ablehnung Hitlers und seiner Partei bestimmen. Im Alltag der Hochschule sucht er mit seiner unangreifbaren Autorität Schlimmes zu verhindern. Er lehnt es ab, dass in seiner Klinik Hitlerbüsten aufgestellt wurden. Um so größer war diejenige seines gegen das Votum der Fakultät nach Bonhoeffers Emeritierung berufenen Nachfolgers M.de Crinis.

Karl Bonhoeffer widerspricht den Forderungen von jungen Ärzten nach der sofortigen Entlassung jüdischer Ärzte in seinem Arbeitsbereich und verweit darauf, dass nicht die Partei sondern nur staatliche Stellen dazu berechtigt wären. Er verweist auf die Fachkompetenz der jüdischen Kollegen und den Verlust ärztlicher Versorgung, falls sie entlassen würden. Im Jahr 1933 wurde Karl Bonhoeffer 65 Jahre alt, ein möglicher Zeitpunkt für seine Emiritierung. Er lässt sich von der Familie und Kollegen überzeugen, dass er sich in dieser politischen Situation der Entmachtung und Gleichschaltung der Hochschulen der Verantwortung nicht entziehen darf. So bleibt er bis zum letztmöglichen Zeitpunkt 1938. Dieses Engagement lassen seine Gegnerschaft gegen die Rechtsbrüche des neuen Regimes erkennen.

Das neue ‚Erbgesundheitsgesetz‘ (Gesetz zur Verhinderung erbkranken Nachwuchses) vom 14.7.1933 mit seiner Ermöglichung der Zwangssterilisierung kann er jedoch nicht verhindern. Er versucht aber, die Umsetzung zu ‚torpedieren‘ durch eine alternative Diagnostik. Das Vorliegen einer Erbkrankheit musste von Ärzten entschieden werden. Durch geforderte Einzelfallprüfungen konnten aus medizinischen Gründen ‚Zwangssterilisierungen‘ verhindert werden. Dazu richtet Karl Bonhoeffer Kurse für Ärzte ein und veröffentlicht Texte über die Einzelfallprüfungen.

Dr. Scharffenorth legte dar, warum er in diesem Handeln Karl Bonhoeffers einen ‚getarnten Kampf‘ gegen die NS-Ideologie und beginnenden NS-Staat erkennen kann. Karl Bonhoeffer lehnte eine Sterilisierung nicht generell ab. Er wendete sich gegen den Zwang zur Sterilisierung. Es ist ein Kampf für das Selbstbestimmungsrecht der Patienten.

Das zweite Beispiel für die Erkenntnis der Gefahren durch die NS-Ideologie: Dietrich Bonhoeffers Stellungnahme zum Führerbegriff.

D.B. äußert sich schon im Sommer 1932 auf einer ökumenischen Konferenz des Weltbundes für Freundschaftsarbeit in der Tschechoslowakei, dass Hitlers nationale Partei die demokratischen Möglichkeiten zur Errichtung einer Diktatur missbrauche. Darum verlässt D.B. frühzeitig die Konferenz, um in Deutschland wählen zu gehen. Ein Zeichen für seine republikanische Haltung, wie sie auch die übrigen Familienmitglieder erkennen lassen.

Am 6.2.1933 – nach seinem Rundfunkvortrag mitten in der Phase der Euphorie der Machtübernahme Hitlers – schreibt er einen Brief an R. Niebuhr, in dem er eine „grauenhafte kulturelle Barbarisierung“ in Deutschland voraussieht und in dem er sich wünscht: in Deutschland wäre jetzt wie in den USA eine „Civil Liberties Union“, eine die Bürgerrechte und die bürgerlichen Freiheiten verteidigende Union notwendig. Denn die neue Staatsmacht schränke Verfassungsrechte ein.

Auf diesem Hintergrund können und müssen Passagen seines Rundfunkvortrag über ‚Wandlungen des Führerbegriffs in der jungen Generation‘ gedeutet werden. Dr. Scharffenorth begründete ausführlich seine These, dass die frühzeitige Abschaltung dieser Rundfunkrede kein Akt der Zensur gewesen sei, sondern vermutlich auf eine leichte zeitliche Überziehung der Sendezeit durch Dietrich Bonhoeffer selber, der wohl ungeübt etwas zu langsam gesprochen habe, zurückgehe. Er versuchte kenntnisreich zu rekonstruieren, welche Sätze durch die Abschaltung weggefallen sein könnten. Für theologisch geschulte Ohren lag darin ein kleines Aha-erlebnis. Er stellte sich und den Hörern vor, welche heiße Diskussion es in der Familie nach diesem ‚Eklat‘ gegeben haben könnte. Er wies darauf hin, dass Dietrich Bonhoeffer dieses ‚Unglück des Missverständnisses‘ durch die Kappung seiner letzten Sätze durch zwei weitere Vorträge zu diesem Thema zu beheben suchte. Am 25.2.1933 erfolgte eine leicht gekürzte Veröffentlichung in der Kreuzzeitung.

Als zentrales Ergebnis für die Stellungnahme zum Nationalsozialismus 1933 und damit für die kommenden Jahre hob Dr. Scharffenorth hervor, dass Bonhoeffer in der Rundfunkrede und in den Vorträgen auf die Gefahren eines politisch – messianischen Führerbegriffs hinweist. Er habe schon früh den ‚Führermythos‘ durchschaut und entlarvt. Bonhoeffer legt schon am 1.2., zwei Tage nach der Machtübernahme Hitlers eine Kritik des Irrglaubens an den Heilsbringer Hitler, ohne dessen Namen zu nennen, vor: wo ein Führer – ob Jugendführer oder ein politischer Führer wie A.Hitler – die Begrenztheit seiner Aufgaben und Möglichkeiten überschreitet und vom Ideal zum Idol wird, da „gleitet das Bild des Führers über in das des Verführers.“

Auch wenn die geringe Zeitüberschreitung zwei folgenreiche Schlusssätze kappte und damit seine Analyse des ‚Führermythos‘ in Frage stellte, lassen die Rundfunkrede und die anschließenden Langfassungen den Schluss zu: das Böse in der Gestalt des Lichtes (so später) kann erkennen, wer es erkennen will.

Dr. Scharffenorth beließ es nicht bei dieser Analyse, sondern erörterte kritisch das mit dem Führerbegriff eng verbundene erkennbare Amts- und Ordnungsverständnis. Bonhoeffer sieht das in der Jugendbewegung emanzipierte charismatische Führungsverständnis und anerkennt es für kleine Gruppen und für die Jugend. Die Maßlosigkeit des messianischen politischen Führers kritisiert er klar. Aber findet D.B. einen politischen Ort für den ‚Führer‘ von unten, als ‚Selbstrechtfertigung des Volkes‘, für eine Gesellschaft? Versteht D.B. in dieser Zeit die ‚Führergestalt‘ noch in Analogie zum Vater und Lehrer? Bleibt D.B. hier noch der lutherischen Tradition verhaftet? Ist er damit seinem eigenen Vaterbild, der Autorität des Vaters, verpflichtet? Der Referent suchte den Schritt hin zu einer theologischen Legitimation der Demokratie und wies auf den Traum von der Demokratie eines Martin Luther King hin.

Die Zuhörer dankten dem Referenten durch ihren Applaus und stellten in einer anschließenden Diskussionsrunde ihre Fragen. Manches konnte bei Kaffee und Kuchen im Garten des Bonhoefferhauses weiter erörtert werden.

Hier im Garten schloss Pfarrerin Kaus den 18. Bonhoeffertag mit einem Abendsegen. Danach flogen weiße Tauben als Zeichen des Friedens in den immer noch blauen Himmel.

Weiße Tauben als Hoffnungszeichen

Der 18. Bonhoeffertag am 30. August 2015 in Friedrichsbrunn wurde eröffnet mit einem Gottesdienst unter der Leitung von Pastorin Franziska Kaus. Gut 100 Besucher freuten sich, dass dieser Gottesdienst bei strahlendem Sonnenschein im Garten des Café Bonhoffer stattfinden konnte. Sie kamen aus dem ganzen Pfarrsprengel, der Region und weit darüber hinaus. Der Posaunenchor Thale unter Leitung von Christine Bick begleitete den Gesang der Festgemeinde. Superintendentin Angelika Zädow predigte über das Gleichnis vom barmherzigen Samariter: Anderen Menschen ein Nächster zu werden und Barmherzigkeit zu üben gelte in diesen Tagen natürlich auch und ganz besonders im Blick auf die Menschen, die vor Krieg und Terror in ihrer Heimat auch nach Deutschland fliehen. Am Nachmittag referierte Dr. Ernst-Albert Scharffenorth aus Heidelberg vor einem großen Kreis Interessierter über „Die Familie Bonhoeffer im Nationalsozialismus. 1933 – Beginn der Entscheidungen“. Er legte dar, dass sowohl der Vater Karl als auch der Sohn Dietrich bereits 1933 um die Gefahren wussten, die von Hitlers Machtübernahme ausgingen. Sie hatten Hitlers Verhalten in den letzten Jahren der Weimarer Republik richtig gedeutet. Die Gespräche während der Pausen begleitete ein Musiker mit Improvisationen auf seinen Gitarren. Mit dem Reisesegen entließ Pfarrerin Kaus die Besucher des Bonhoeffertages, dabei ließ sie weiße Tauben fliegen, als Zeichen unserer Hoffnung auf Frieden. Der Träger- und Förderverein „ Bonhoeffer-Haus Friedrichsbrunn“ freut sich über zwei neue Mitglieder.