21. Bonhoeffertag: HEIMAT – zwischen Verlust, Suche und Ankunft

Zum 21. Mal wurde auf Einladung der Evangelischen Kirchengemeinde in Friedrichsbrunn ein Tag zum Gedenken an Dietrich Bonhoeffer und seine Familie begangen. Die Eltern von Dietrich hatten 1913 für sich und ihre Kinder ein Ferienhaus im Harz gekauft, die Familie nutzte es bis in die Kriegsjahre hinein. Heute ist im „Bonhoeffer-Haus“ ein Café und eine sehenswerte interaktive Ausstellung zur Familie Bonhoeffer untergebracht.

Der 21. Bonhoeffertag nahm sich eines aktuellen gesellschaftlichen Themas an, das aus der Sicht auch der eingeladenen Referenten das Potential in sich trägt, die Medien noch eine Zeit lang zu beschäftigen.

Mit dem Thema:
„Heimat zwischen Verlust, Suche und Ankunft – Heimat und Fremde im Leben der Bonhoeffers und in den Erfahrungen einheimischer und geflüchteter Menschen in Deutschland“ ging es um den Diskurs zu dem schillernden Begriff „Heimat“.

Der Tradition gemäß beginnt der Bonhoeffertag mit einem Gottesdienst im Garten des Bonhoeffer-Hauses. Den Gottesdienst leitete Pfarrer Ulrich Lörzer, z. Zt. zuständig für den Pfarrsprengel Thale. Die Predigt hielt Ruth Ziemer, Schulpfarrerin im Evangelischen Kirchenkreis Halberstadt. Der hiermit verbundene inhaltliche Impuls zu unserer Glaubensheimat in Gott, die uns „Heimat“ nicht nur als einen Sehnsuchtsort von der Vergangenheit her, sondern auch als etwas Zukünftiges denken lässt, wurde nach einem Mittagsimbiss kreativ weitergeführt mit einem Austausch von Heimaterfahrungen.

Propst Dr. Ulrich Lincoln (Wolfsburg) referierte anschließend über „Heimat und Exil bei Dietrich Bonhoeffer“.

Darauf folgte ein Podiumsgespräch, moderiert von Pfarrer Christoph Carstens, dem Vorsitzenden des „Bonhoeffer-Haus Friedrichsbrunn“ e.V.). Dabei wurde deutlich, wie wichtig es ist, zu differenzieren zwischen dem persönlichen, von der Erinnerung und vom Gefühl her getriebenen Verständnis von „Heimat“ und dem Verständnis von „Heimat“ als einem politischen Begriff, der schnell auch ausgrenzend gebraucht werden kann und wird.

Zum Podiumsgespräch waren eingeladen:

  • Propst Dr. Ulrich Lincoln
  • Renate Zöller, Journalistin und Autorin des Buches „Heimat – Annäherung an ein Gefühl“ (Hürth bei Köln)
  • Daniel Ziemer, Mitarbeiter der Stiftung „Flucht, Vertreibung, Versöhnung“ am Deutschen Historischen Museum in Berlin

Bei Kaffee und Kuchen im Garten des Bonhoeffer-Hauses fand eine Veranstaltung ihr Ende, die vielen Anwesenden mit ihren interessanten und anregenden Gedanken noch weiter nachgehen wird.

Hier stellte sich zudem für alle überraschend und themenbezogen die Kostümgruppe des Ortes Friedrichsbrunn mit historischen Kostümen vor – ein Zeichen dafür, dass der Bonhoeffertag im Ort wie bisher auch über die kirchlichen Grenzen hinaus wahrgenommen wird.

Zu danken ist auch Frau Gabriela Zehnpfund, der Inhaberin des Bonhoeffer-Cafés und ihrem Team, die für das leibliche Wohl aller Gäste sorgte.

Pfarrer Ulrich Lörzer

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Vollsperrung der Ortsdurchfahrt Friedrichsbrunn – wie erreiche ich das Bonhoeffer-Haus?

Samstag, 25.08.2018: Die Ortsdurchfahrt ist noch nicht gesperrt, Besucher des Bonhoeffertages können die übliche Zufahrt benutzen: Gegenüber der Kirche in die Forststraße, 2x rechts, 1x links, 1x rechts.
Die Bauarbeiten sollen jedoch in Kürze beginnen, die Ausstellung im Bonhoeffer-Haus und das Café bleiben weiterhin über die Umleitung wie hier unten beschrieben erreichbar.

Gesperrter Bereich

Die Hauptstraße in Friedrichsbrunn von der Einmündung der Forststraße (im Bereich der Kirche) wird in Kürze etwa 200 m Richtung Nordosten gesperrt.

1 Friedrichsbrunn Sperrung 20180827

Wegbeschreibung zum Bonhoeffer-Haus, Waldstraße 7:

Aus Richtung Quedlinburg/L239 oder Thale/L240:

3 Bildschirmfoto 2018-08-20 um 18.17.29.png

Von der Hauptstraße nach rechts in den Schreiberring, (an zwei Stichstraßen nach rechts vorbei,) dann rechts auf die Schreiberstraße,

(oder von der Hauptstraße etwas später in die Schreiberstraße und dann da, wo der Schreiberring von rechts kommt, weiter geradeaus auf der Schreiberstraße bleiben,)

nach links abbiegen, um auf der Schreiberstraße zu bleiben,

am Ende der Straße nicht links in den Bocksberg, sondern halb rechts zum Meisenring,

links auf den Meisenring fahren, geradeaus weiter auf den Bocksberg,

bei der Schützenklause links, noch mal links in die Waldstraße, die erste rechts geht’s zum Bonhoeffer-Haus hoch. Bitte in der Umgebung parken, vor dem Haus sind nur wenig Parkmöglichkeiten.

Aus Richtung (A7 –) Allrode:

Entweder:

Parken auf dem Parkplatz auf der rechten Seite am Ortseingang. Von dort 1,0 km ca. 12 min. zu Fuß.

2 Bildschirmfoto 2018-08-20 um 18.10.45

Oder:

Etwa 150 m hinter dem Parkplatz rechts in die Siptenfelder Straße, gleich links in die Straße Hinter den Häusern, am Ende der Straße links (durch die Wiesen) fahren, um auf Hinter den Häusern zu bleiben, am Ende der Straße links und dann wieder rechts fahren, um auf Hintern den Häusern zu bleiben, (entweder links über Beckstraße und Hauptstraße in die Schreiberstraße oder) die Beckstraße überqueren, weiter auf Infang, am Ende links am Parkplatz vorbei links in die Hauptstraße und rechts in den Schreiberring, weiter siehe unten. – Bitte vergleichen Sie mit dem von Ihnen bevorzugten Kartendienst!

 

 

 

21. Bonhoeffertag, Sonntag, 26. August 2018: Heimat – zwischen Verlust, Suche und Ankunft

11.00 Uhr: Festlicher Gottesdienst

im Garten des Bonhoeffer-Hauses, Waldstraße 7,
bei schlechtem Wetter in der Kirche,
mit dem Posaunenchor Thale unter Leitung von Christine Bick.

Predigt: Pfarrerin Ruth Ziemer.

 

Anschließend Mittagsimbiss vom Grill

13.15 Uhr: »Da ist meine Heimat – da bin ich zuhaus’«

Heimat-Erfahrungen im Gespräch

 

14.00 Uhr in der Bonhoeffer-Kirche: Heimat und Fremde – im Leben Bonhoeffers und in den Erfahrungen einheimischer und geflüchteter Menschen in Deutschland

»Heimat und Exil bei Dietrich Bonhoeffer«

Kurzvortrag von Propst Dr. Ulrich Lincoln, Wolfsburg

 

»Verlust, Suche – und Ankommen in der Heimat«

Podiumsgespräch mit

  • Renate Zöller, Journalistin und Autorin des Buches „Heimat – Annäherung an ein Gefühl“, Hürth bei Köln,
  • Daniel Ziemer, Mitarbeiter bei der Stiftung »Flucht, Vertreibung, Versöhnung«, Berlin,
  • Propst Dr. Ulrich Lincoln, Wolfsburg,
  • Moderation: Pfr. Christoph Carstens, Vorsitzender des »Bonhoeffer-Haus Friedrichsbrunn« e. V., Quedlinburg.

15.30 Uhr: Kaffee und Kuchen im Garten des Bonhoeffer-Hauses.

Der Handzettel zum Ausdrucken als Plakat: 21. Bonhoeffertag 2018. A5+ 20180612 tonersparende Druckversion

Neujahrsgruß des Vorsitzenden

Wir haben im zu Ende gehenden Jahr 2017 wiederum den Bonhoeffertag des Evangelischen Kirchspiels unterstützen können und das Jahr hindurch die wertvolle Ausstellung im Bonhoeffer-Haus vielen Besucherinnen und Besuchern präsentieren können. Durch ihre Ansiedlung in einem Umfeld, das vielleicht gar nicht an das denken lässt, wofür der Name „Bonhoeffer“ bei vielen steht, wird eine Aufmerksamkeit erzeugt, die für unsere Arbeit wichtig ist.

Unser Dank gilt auch Dominic Borchert. Er hat zuverlässig die Besucher mit der Ausstellung bekannt gemacht, und Familie Zehnpfund, uns versorgt, wenn wir uns als Vorstand treffen. Ich danke auch dem Vorstand, der sich um Inhalte und Form gekümmert hat.

Ich wünsche uns allen gute Erfahrungen miteinander im neuen Jahr!

Christoph Carstens, Vorsitzender

Dietrich Bonhoeffer, Advent 1933: „Sehet auf!“

Sehet auf, ihr, deren Blick unverwandt auf diese Erde gerichtet ist, die gebannt sind von den kleinen Geschehnissen und Veränderungen auf der Oberfläche dieser Erde, sehet auf, die ihr euch vom Himmel enttäuscht abgewendet habt, zu diesen Worten, sehet auf, ihr, deren Augen von Tränen schwer sind und dem nachweinen, was die Erde uns gnadenlos entrissen hat, sehet auf, ihr, deren Blick schuldbeladen sich nicht erheben kann – sehet auf, eure Erlösung naht. Es geschieht noch etwas anderes, als was ihr täglich seht, nehmt es nur wahr, seid auf der Wacht, wartet noch einen kurzen Augenblick, wartet und es wird etwas ganz Neues über euch hereinbrechen. Gott wird kommen, Jesus kommt und wird von euch Besitz nehmen und ihr werdet erlöste Menschen sein. Sehet auf, steht auf der Wacht, die Augen auf, wartet, wartet der herannahenden Erlösung entgegen.

 

https://www.bruderhof.com/de/voices-blog/advent-ist-eine-zeit-der-freude

20. Juli 2017 – Erinnerung an den 20. Juli 1944

Heute vor 73 Jahren, am 20. Juli 1944, scheiterte der Versuch, Hitler beim berühmten Staufenberg-Attentat zu töten.

Jetzt erzählt Valerie Riedesel – Cäsar von Hofackers Enkelin – die Geschichte der Kinder der Attentäter. Darunter ihre Mutter, deren Tagebucheinträge bisher unveröffentlicht blieben. Ein packender Bericht über die Geschichte einer Familie, die in schweren Zeiten für ihren Glauben eingetreten ist. Hier geht’s zum Buch über die „Geisterkinder“.

Sendetermine Geisterkinder

20.7. um 18.45 Uhr auf NDR. DAS! erinnert gemeinsam mit Valerie Riedesel Freifrau zu Eisenbach an das Schicksal ihrer Familie und ihres Großvaters Caesar von Hofacker.

20.7. um 20.15 Uhr auf Bibel TV. Die Dokumentation zu „Geisterkinder“ und anschließend um 21.00 Uhr das Gespräch mit Autorin Valerie Riedesel.

20.7. um 22.05 Uhr auf MDR. artour – das Kulturmagazin des MDR: Die Kinder des 20. Juli.

Sendung verpasst? Nutzen Sie die Mediatheken der Sender!

„Ich könnte Dir stundenlang erzählen, auch von Dingen, die einem trotz allem neue Kraft und neuen Mut geben. Aber mein Mund muß verschlossen bleiben“, schreibt der deutsche Offizier Caesar von Hofacker an seine Frau am 26. Juni 1944 aus Paris. Weniger als einen Monat später, am 20. Juli 1944, zündet sein Vetter Claus Schenck Graf von Stauffenberg eine Bombe in Hitlers Führerhauptquartier. Caesar von Hofacker hat das Attentat von Paris aus maßgeblich mit geplant. Sogar Erwin Rommel versucht er für den Umsturz zu gewinnen. Dafür wird er wie alle anderen Widerstandskämpfer rund um Stauffenberg als Verschwörer hingerichtet. Zurück lässt er seine Frau Lotte und fünf Kinder. Für sie beginnt eine unermessliche Odyssee – Sippenhaft in Gefängnissen und versteckten Baracken in den Konzentrationslagern Stutthof, Buchenwald und Dachau. Die drei Jüngsten werden in ein Kinderheim in den Harz verschleppt. Niemand soll wissen, wer sie sind. Es sind die „Geisterkinder“.

In „Geisterkinder. Fünf Geschwister in Himmlers Sippenhaft“ erzählt Valerie Riedesel, die Enkelin Caesar von Hofackers, die historischen Ereignisse aus Sicht ihrer Familie – menschlich, berührend und echt. Sie greift dabei zurück auf einen einzigartigen Fundus unveröffentlichter Originaldokumente. In Briefen und Tagebüchern erwacht ein liebender Vater und Ehemann zu neuem Leben; eine Mutter und Ehefrau, die ihr Schicksal mit Haltung meistert; sowie sensible und mutige Töchter, die unerwartet früh erwachsen werden müssen. Sie alle sind Zeitzeugen, deren Geschichte „trotz allem neue Kraft und neuen Mut“ bewahrt hat. Glaube und Liebe sind stärker als Terror und Angst, raunt uns jede Zeile zu. Mit „Geisterkinder“ erinnert Valerie Riedesel an einen beeindruckenden, menschlichen Wertekompass, der uns in stürmischen Zeiten zu navigieren hilft.

Das Buch gibts im SCM Shop, hier finden Sie weitere Informationen.

Bonhoeffer in China

Ein Interview mit Yu Jie.

Yu Jie ist ein Freund des regimekritischen Friedensnobelpreisträgers von 2010, Liu Xiaobo.

Er selber wurde am 9.10.2010 unter Hausarrest gestellt. 

Einblicke in die aktuelle Situation der Christen in China – und warum Dietrich Bonhoeffers „Gemeinsames Leben“ gerade für sie relevant ist: http://www.plough.com/de/themen/glaube/nachfolge/bonhoeffer-in-china

 

Das Bonhoeffer-Haus braucht Ihre Spende

Wir brauchen Ihr Geld nicht. Jedenfalls nicht für uns.

Die Mitglieder des Träger- und Fördervereins „Bonhoeffer-Haus Friedrichsbrunn“ e. V. arbeiten ehrenamtlich. Sie treffen sich einmal im Jahr zur Mitgliederversammlung, entscheiden über Projekte, planen und beschließen den Haushalt.

Die Vorstandsmitglieder treffen sich mehrmals im Jahr und steuern das „Tagesgeschäft“.

Aber fürs Bonhoeffer-Haus brauchen wir auch Ihre Spende.

Das bezahlen wir davon:

  • das Gehalt des Öffentlichkeitsreferenten (Minijob),

  • die Miete der Räume,

  • die Aktualisierung der Ausstellung,

  • die Durchführung der Bonhoeffer-Tage usw.

Das bewirken wir damit:

  • Spontane Ausstellungsbesucher entdecken eine Familie im Widerstand gegen das Nazi-Regime.

  • Gemeindegruppen setzen sich mit dem Erbe der Bonhoeffers auseinander.

  • Ein Gedenkort bleibt erhalten.

Kontakt zum Schatzmeister:
Hartmut Bick, Telefon 03946-989052, bonhoeffer-haus@online.de

Jede Spende hilft.

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